Betreff: Chowanetz/Schäfer + Chowanetz/Lochte
Datum: Tue, 23 Jul 2002 22:30:36 +0200 (MEST)
Von: Matthias Schäfer <schaefer-matt@gmx.net>
CC:
 
 
   
An die Vorstandsmitglieder des SC Starnberg und Andreas Chowanetz
     
leider kam ich nicht in den Genuss, eine Mappe mit den Unterlagen zu den Gerichtsfällen Chowanetz/Schäfer und Chowanetz/Lochte zu erhaschen. Die übrigen Vorstandsmitglieder haben aber, vermute ich, die Mappe von Herrn Chowanetz zugeschickt bekommen, so dass jeder über den Sachstand informiert ist. In den Unterlagen befindet sich ein Schreiben von Herrn Chowanetz, in der er mich um eine Entschuldigung für drei von mir verfasste Artikel bittet, die euch vorliegen müssten. Dazu gebe ich folgende Erklärung ab:
     
Ich entschuldige mich bei Herrn Chowanetz für die Formulierung: "Den kuriosen Höhepunkt des Abends setzte Andreas Chowanetz, der trotz eines Remisangebots seines Gegners auf die eigene Niederlage bestand" im Artikel "Dem Gegner Kuchen und die Punkte serviert" (Starnberger Merkur, 24.09.01). Begründung:
Ich weiß nicht, ob es Remisangebot gegeben hat oder nicht, ich war nicht Augenzeuge. Von Thomas Lochte hatte ich eine dementsprechende Information erhalten, weshalb einiges für diese Version sprach. Da es in den meisten Sportredaktionen aus Zeitgründen üblich ist, bei Wettkämpfen in anderen Sportarten der Meinung eines Schiedsrichters zu vertrauen, nahm ich die Information für bare Münze. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, bestehen an sein Sachverhalt aber Zweifel. Dass ich mich damals auf eine Seite geschlagen habe, war falsch.
Es wäre vermutlich möglich gewesen, den Satz im oben genannten Artikel im Tenor des Artikels "Remisangebot - ja oder nein?" zu verfassen also als zwei gegensätzliche Meinungen. Die Wertung "kurioser Höhepunkt des Abends" wäre dann natürlich abgeschwächt worden in "Aufregung am Rande" oder ähnliches. Hätten diese geänderte Wertung und der Umstand, dass es das Remisangebot nur laut einer Einzelperson gegeben hat, dazu geführt, dass sich Herr Chowanetz nicht "wie ein Trottel" (Ausdruck von Herrn Chowanetz) vorgekommen wäre, möchte ich mich hierfür ebenfalls entschuldigen.

Dass ich aber selbst mit dieser Formulierung die Klagewelle von Seiten Herrn Chowanetz wohl nicht verhindert hätte, zeigt dessen Bitte, ich solle mich auch für den Artikel "Remisangebot - ja oder nein?" entschuldigen. Diese Bitte empfinde ich nicht nur als unangebracht, sondern als blanken Hohn. Schließlich wurde der Artikel nur auf Drängen von Herrn Chowanetz (als Ersatz für eine juristische Gegendarstellung!) gedruckt.

Auch für den Artikel "Zündstoff beim Schachclub" sehe ich keinen Grund für eine Entschuldigung. Er basiert auf Wertungen (die übrigens juristisch nicht zu beanstanden sind!) und spiegelt die Stimmung im Verein zum damaligen Zeitpunkt wieder. Einen Affront gegenüber Herrn Chowanetz kann ich hier beim besten Willen nicht erkennen.

Diese Erklärung zielt nicht darauf ab, Herrn Chowanetz zu diffamieren, sondern im Gegenteil die gegenseitigen Differenzen auszuräumen (was an meiner Sicht der Dinge aber nichts ändert!). Sollte Herr Chowanetz dieses Schreiben ähnlich interpretieren, bin ich gerne bereit, den geäußerten Wunsch nach Versöhnung weiter zu verfolgen. Eine wirkliche Versöhnung ist aus meiner Sicht jedoch nur möglich, wenn Herr Chowanetz dazu einen bedeutenden Beitrag nicht nur in meine Richtung unternimmt.

MfG

Matthias Schäfer